Vereinsausflug ins Land des Märchenkönigs
In einer Königs-Traumlandschaft schlugen die Herzen der Mitglieder des Trachtenvereins höher für den unsterblichen Märchenkönig Ludwig II. Im Füssener Land wuchs er auf und die romantische Altstadt Füssen war Ziel des diesjährigen Vereinsausfluges.
Früh am Morgen führte der Bus die Vereinsfamilie mit jung und alt auf der Autobahn in Richtung Allgäu. Die Sennerei Lehern wartete mit Führung auf die lustige Menschenschar. Die 1890 gegründete Traditions-Sennerei stellt immer noch Allgäuer Käsespezialitäten nach alten traditionellen und handwerklichen Methoden her. Täglich wird die tagesfrische Heumilch zum Allgäuer Bergkäse oder Emmentaler verarbeitet, naturbelassener Rohmilchkäse eben. Die Führung zeigte, dass die Produkte einen deutlich höheren Gehalt an Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren aufweisen.
Das würzige Weidefutter ist der Grund für diesen besonderen Geschmack ebenso wie Qualität. Die Pflege der Oberfläche kann aus einem jungen Käse einen gereiften Käse mit Charakter entstehen lassen und erst dann den Keller verlassen.
Im Biergarten beim Wiesbauer Wirt über dem Hopfensee wurde die Mittagszeit verbracht und der Blick auf die Allgäuer Bergwelt lies schon eine gewisse Urlaubsstimmung auf.
Eingebettet in sanfte Hügel und geschützt durch steinerne Wächter stellt sich Füssen dar. Die malerische Altstadt mit Töpfermarkt und Schloss war für einige Stunden Aufenthalt nun erreicht. Unterschiedliche Epochen vereinen sich zu einer Kulisse, die den Besuch unvergessen macht: die kleinen verwinkelten Gassen sind Zeugen einer florierenden mittelalterlichen Stadt. Gotische Häusergiebel und reich dekorierte Kirchen aus der Zeit des Barock und Rokkoko finden sich mit Überresten der alten Stadtmauern und der Bummel durch die Stadt endete für viele beim Stöbern in den kleinen Läden. Bei einem Kaffee oder Eisbecher im Sonnenschein ließ sich der Flair der Stadt am besten genießen, man kam sich vor wie in Italien, denn das Treiben auf dem Schrannenplatz und rund um den Stadtbrunnen erinnert an eine italienische Piazza.
Ein bisschen mehr Ruhe bot die große Rundfahrt auf dem Forggensee. Pünktlich trafen alle Mitglieder am Festspielhaus ein. Bayerns fünftgrößter See ist als Lechstausee entstanden und ist natürlich für die Hochwasserregulierung bei der Schneeschmelze wichtig. Die Schifffahrt ist immer wieder beeindruckend und bot nicht nur Groß und Klein ein unvergessliches Erlebnis sondern auch den wunderbarsten Blick auf Neuschwanstein und den Tegelberg. „Im Auftrag des Königs“ konnte man auf dem Hemd des Vorplatters lesen und so fühlten sich viele der Mitreisenden auf wunderbare Art beauftragt. Manch einer konnte gar ohne Hut den Tag nicht ertragen, und somit wurde der Trachtenhut wenigstens durch einen sonnenschützenden Strohhut ersetzt.
Die Heimfahrt wurde in Berghülen auf der schwäbischen Alb unterbrochen um beim Einkehrschwung gemeinsam zu vespern. Ein gelungener Vereinsausflug an einem sonnigen Tag ging leider zu früh zu Ende.
Keiner der 13 teilnehmenden Saddelfurzer vom Trachtenverein Kirchheim war zuvor mit dem Rad in der Region Hohenzollern unterwegs. Grund genug für die Tourleiterin, eine Route auszuarbeiten. Zunächst führte der Weg entlang des schwäbischen Weinradwegs nach Beuren, Neuffen, Kohlberg, Kappishäusern und Metzingen. Sonne pur und eine Landschaft wie die Toscana, so beschreibt man diesen Weg am besten. Es dauerte bis zum Nachmittag, und plötzlich war sie da: die Burg Hohenzollern, und der Weg nach Hechingen

Nach dem Übergang der Hohenzollerischen Fürstentümer an Preußen entstanden dort die Villen der städtischen Oberschicht, nicht zuletzt der preußischen Beamten, der Zylinderträger eben. Ebenso spannend wie unterhaltsam war die Geschichte der Fürstin Eugenie und das Erbe Napoleons. Kaum jemand wusste, dass die hochbegabte Eugenie de Beauharnais als Fürstin von Hohenzollern-Hechingen zwischen 1826 und 1847 das blutige Erbe ihres Stief-Großvaters Napoleons dazu genutzt hatte, das kleinste Fürstentum Deutschlands vor dem Ruin zu bewahren. Die Hechinger verehren sie als Hausheilige, ihr Wohnhaus, die Villa Eugenia, wurde Kinderhaus, und das Herz der Fürstin bekam einen Platz in der Seitenkapelle der katholischen Stiftskirche.



Kirchheim. Zur Einstimmung auf die Maibaumerrichtung spielte zunächst die Jugendkapelle der Kirchheiner Stadtkapelle unter der Leitung von Harry D. Bath auf, um die zahlreichen Zuschauer zu unterhalten. Anschließend brachte ein Pferdefuhrwerk den 25 Meter und 27 Zentimeter hohen Maibaum die Marktstraße herunter bis zum Marktbrunnen – begleitet von den zünftigen Klängen des Spielmannszugs der Kirchheimer Feuerwehr, den Uli Schmid dirigierte.